Mal was Wirtschaftswissenschaftliches

Gestern fand ich – wie schon mehrfach zuvor – einen bedruckten Zettel in meinem Briefkasten; auf ihm bietet ein „Monsieur BAF“ seine Dienste an (ich wohne in Straßburg). Er stellt sich vor als Seher und Medium, als jemand, der übersinnliche Kräfte hat. Er bietet an, all meine Probleme zu lösen, insbesondere verlorene Liebe zurückzubringen, gegen Gefahren und Unglück zu schützen, sexuelle Impotenz zu kurieren, finanzielle Probleme zu beseitigen, Krankheiten zu heilen, ja sogar einen etwa verlorenen Führerschein zurückzubringen. Das ist doch ein nicht zu verachtendes Angebot. Es gibt Unternehmen, die sehr viel weniger anbieten.

Gut, ganz umsonst will Herr BAF seine Dienste nicht leisten, aber – wohlgemerkt -: Bezahlung erst nach Erfolg!!! So steht es auf dem Zettel! Da kann man doch wirklich nicht meckern. Auch eine Adresse in gepflegter Innenstadtlage wird angegeben, ebenso Geschäftszeiten und zwei Telefonnummern. Über Google findet man auch seine Website. Offensichtlich handelt es sich um ein seriöses Unternehmen.

Nun, ich habe nicht vor, seine Kompetenz persönlich zu erproben; was ich mich vielmehr frage, ist: Wie kann dieses Geschäftsmodel funktionieren? Gibt es tatsächlich Leute, denen er obige Dienste leistet und die ihn dann bezahlen? Oder verlangt er auch Geld, wenn er keinen Erfolg hatte? Hypnotisiert er seine Kunden? Und was macht er, wenn ein Kunde nicht zahlen will? Kann er dann klagen? Und umgekehrt: Kann ein Kunde ihn verklagen, wenn er keinen Erfolg hat? Mir ist das ein Rätsel.

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Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

4 Kommentare zu „Mal was Wirtschaftswissenschaftliches“

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