Gender Studies philosophisch

Wenn ich mich nicht irre, dann gibt es einen Zusammenhang, eine Korrelation, und zwar zwischen großen Philosophen einerseits, dem Zustand des Verheiratetseins andererseits. Soweit ich sehe, tendieren große Philosophen, die verheiratet waren, eher zum Materialismus, solche dagegen, die unverheiratet waren, zum Idealismus. Gut, ich weiß, Idealismus und Materialismus sind lediglich Etiketten, die man sehr verschiedenen Philosophien anklebt. Und dennoch, der Zusammenhang ist so offensichtlich, daß er nicht ganz zufällig sein kann. Man nehme Platon, den Begründer des Idealismus – ein lebenslanger Junggeselle. Sein Antipode Aristoteles dagegen – verheiratet und Familienvater. Oder wenn wir nach Deutschland wechseln: Kant, der deutsche Idealist schlechthin – lebenslänglich keusch und unbeweibt, gleiches gilt von Schopenhauer. Der große deutsche Materialist dagegen, Karl Marx, war nicht nur verheiratet, er hatte auch ein klüngelig Verhältnis mit dem Dienstmädchen.

Man mag einwenden, daß das doch eine rein zufällige Übereinstimmung sei; ich meinerseits habe jedoch den Eindruck, daß dieser Sachverhalt durchaus in die Philosophie durchschlägt. Verheiratete Philosophen sind generell mehr down to earth, realistischer, empirischer, die schweben nicht (nur) in den Wolken, die wissen einfach wie es im wirklichen Leben zugeht. Unverheiratete dagegen sind immer etwas abgehoben, neigen dazu, ihre Ideen mit der Realität zu verwechseln. Damit will ich nicht sagen, daß ihre Philosophie wertlos oder unzutreffend sei, möchte eher empfehlen, Werke unverheirateter Philosophen wie noch nicht völlig vollendete Speisen zu behandeln. Der Leser selbst muß ihnen gleichsam selbst noch eine Prise Salz hinzufügen. Ihnen fehlt einfach ein bestimmter Zugang zur Realität.

Der alte Sokrates wußte schon, was er an seiner Xanthippe hatte.

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Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

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