Mal was Intelligentes über Trump

Es gibt ja Leute, die meinen, Trump wäre eine Art Rechtsradikaler. Aber das ist ein Irrtum, bzw. ein Fehler der Wahrnehmung. Er wirkt – und das ist sicher beabsichtigt – wie ein radikaler Demagoge. Indes, „Worte sind Schall und Rauch“, es kommt nicht darauf an, was Menschen sagen, sondern was sie tun. Trump war bisher Unternehmer, Milliardär, Großkapitalist, sozusagen ein menschlicher Dagobert Duck. Solche Leute muß man nicht mögen, aber sie sind keine Revolutionäre, keine Umstürzler; sie werden weder den Kommunismus, noch den Faschismus einführen, sondern beim guten alten Kapitalismus bleiben. Dem verdanken sie immerhin ihr Vermögen.

In der Vergangenheit stand Trump eher den Demokraten nahe, und auch in seinen aktuellen politischen Positionen steht er inhaltlich eher auf dem linken Flügel der Republikaner (was die echten amerikanischen Konservativen vor Wut schäumen läßt, da sie sehen, daß ihnen mit Trump sozusagen die Felle wegschwimmen).

Ausgerechnet in der Zeit finde ich einen Artikel darüber, den ich ausdrücklich mal empfohlen haben möchte. Hier! Autor ist ein gewissen Yascha Mounk, den ich mir merken werde.

Advertisements

Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

8 Kommentare zu „Mal was Intelligentes über Trump“

  1. Man darf grundsätzlich nichts von dem ernst nehmen, was Kandidaten in den USA im Vorwahlkampf sagen. In dieser Phase geht es darum, von der Partei nominiert zu werden. Dazu muss man die Mitglieder überzeugen. Die sind in beiden Parteien deutlich radikaler als der Durchschnittswähler und mögen es, wenn ein Kandidat starke Sprüche klopft. Wenn Trump von den Republikanern nominiert werden sollte und im eigentlichen Wahlkampf drei Gänge zurückschaltet, hat er ganz gute Karten, wäre dann aber eben wahrscheinlich auch ein ziemlich „normaler“ Präsident.

    Aber ich dachte eigentlich, dass Sie Trump ablehnen. Oder sind Sie neuerdings gegen TTIP und für die Erneuerung des US-Isolationismus?

    Gefällt 1 Person

    1. Persönlich wäre mir Cruz lieber. Aber was soll ich machen? Nicht ich bin es, der da wählt oder entscheidet.
      Und ich denke, Trump wäre – aller Voraussicht nach – keine Katastrophe, sondern , wie Sie auch sagen, ein ziemlich normaler Präsident.

      Gefällt mir

      1. Sehen Sie denn einen großen Unterschied zwischen diesen beiden? Sowohl Cruz als auch Trump verkaufen sich als aufrechte Außenseiter, die das angeblich korrupte politische Establishment aufmischen wollen. Dass die Masche „Mr. Smith Goes to Washington“ immer funktioniert, haben nicht nur James Stewart und Montgomery Burns gezeigt.
        Das eigentlich Interessante scheint mir zu sein: Solche Kampagnen enden in den USA nicht wie im Deutschland des Jahres 1933, sondern darin, dass der ggf. erfolgreiche Kandidat dann keine wesentlich andere Politik macht als seine Vorgänger. Dies ist m.E. ein Zeichen dafür, dass das demokratische System in den USA funktioniert – und es könnte natürlich Ihre Eingangsthese bestätigen.

        Gefällt mir

  2. @matsuhito Cruz wird als konservativer Hardliner (wohlgemerkt im amerikanischen Sinne) gehandelt. Eben darum ist er beim republikanischen Establishment noch unbeliebter als Trump. Von Cruz befürchtet oder erhofft man sich eben grundsätzliche Reformen. Trump dagegen ist ein Geschäftsmann. Er läßt mit sich handeln.
    Na ja, ich gebe zu, dass ich meine Weisheit da weitgehend aus Spengler beziehe.

    Gefällt mir

    1. Spengler ist wahrlich nicht die schlechteste Quelle. Aber unsere Einschätzung scheint sich doch weitgehend zu decken:

      – Rubio ist der Mann des Parteiestablishments (und daher im Moment beim Parteivolk wenig beliebt).
      – Cruz ist Feind des Parteiestablishments (mit festen konservativen Werten).
      – Trump ist Feind des Parteiestablishments (und erzählt dem Parteivolk, was auch immer es hören will, kann aber – wenn es sein muss – auch das Gegenteil vertreten).

      Das heißt: In den Vorwahlen hat Trump die besten Karten. Er muss dann aber irgendwann gegensteuern und den versöhnlichen Staatsmann geben, wenn er bei den eigentlichen Wahlen nicht untergehen will. Wenn ich es recht sehe, fängt er seit Dienstag damit schon an. Ob er aber so glaubwürdig wird, dass es gegen Hilary Clinton reicht, bleibt abzuwarten.

      Ich denke, dass es nach dem Dienstag vor allem einen Gewinner gibt: Bill Clinton kann die Bewerbungsrunde für die nächste Generation von Praktikantinnen im Weißen Haus vorbereiten.

      Gefällt 1 Person

      1. Ach, gute alte Bill, den habe ich immer gemocht (er hat mit immer leid getan, weil seine Frau so eine Schreckschraube ist). Aber immerhin, jetzt im Ruhestand, hat er Zeit, an seiner Definition von „Sex“ zu arbeiten.

        Gefällt mir

  3. Mitleid wird man ab 2017 vielleicht mit Wladimir Putin haben müssen: Egal, wer sein Widerpart in der Weltpolitik werden wird – er hat jedenfalls mehr Haare auf den Zähnen als er.

    Gefällt mir

    1. Ach Gott, wenn man das so sicher sagen könnte. Mir ist es schon so ergangen, daß ich Leute sehr sympathisch fand, deren Meinungen und Ansichten ich nicht im geringsten teilte. Und Trump scheint ja ein gewisses Faible für Putin zu haben. Warten wir’s ab!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s