Zensur durch die Hintertür?

In letzter Zeit stoße ich im Netz immer wieder auf Hinweise, daß unser allseits geliebter und verehrter Justizminister Heiko Maas so ganz klammheimlich durch die Hintertür versucht, die sozialen Medien, insbesondere Facebook, zu zensieren. Gut, mag sein, daß ich hier auf eine Verschwörungstheorie hereinfalle (oder hineinfalle? Ich merke, dass infolge des Lebens im Ausland mein Sprachgefühl zu leiden beginnt), aber wenn der Satz „Wehret den Anfängen“ überhaupt einen Sinn hat, dann in diesem Fall.

Man lese hier, mit weiterführenden Links.

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Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

9 Kommentare zu „Zensur durch die Hintertür?“

  1. Hadmut Danisch, die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, Bettina Röhl und Michael Mross als Quellen? Bei Philipp Jaffé habe ich mal einen Satz gelesen, den ich mir gemerkt habe, weil man ihn auch im 21. Jahrhundert noch einmal monatlich mit Gewinn verwenden kann: „Diese Nachricht ist solange ins Reich der Fabel zu verweisen, bis ein besserer Gewährsmann dafür genannt werden kann.“ Insbesondere Danisch ist unbestritten ein , ein und ein nachgerade unglaublich großes .

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    1. Den Genannten stehe ich auch skeptisch gegenüber, aber mittlerweile häufen sich die Hinweise. Und Danisch? Gut, er übertreibt und ist in vieler Hinsicht voreingenommen, aber er ist nicht substanzlos wie die üblichen Verschwörungstheoretiker. Auf jeden Fall sollte man da aufmerksam sein. Die Politik hat kapiert, daß das Internet nicht zu kontrollieren und zu beeinflussen ist, wie die normalen Medien, und das ärgert sie. Kann man doch verstehen.

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    1. Einen Informatiker frage ich, wenn ich wissen möchte, wie ich im Internet kostenlos Fernsehserien ansehen kann. Bei Fragen zu Zensur scheint mir ein Jurist oder ein Historiker kompetenter zu sein. Im Moment geht es ja vor allem um Facebook. Dort hat man bislang immer schon Bilder unverhüllter weiblicher Brüste zensiert (i.e. gelöscht), in richtiger Einschätzung der besonders in den USA bekannten Tatsache, dass diese eine weitaus größere Bedrohung für die gesamte menschliche Zivilisation bilden als sämtliche islamistischen oder nationalsozialistischen Hassparolen.

      Neuerdings werden nun aber auch, auf Initiative des deutschen Justizministers, z.B. Anregungen, die syrischen Flüchtlinge alle zu vergasen, entfernt. Man mag das Zensur nennen, ich sehe darin allerdings eher das Nachholen eines offenbar nicht erfüllten elterlichen Erziehungsauftrags (Mund – Seife).

      Aber mal abwarten, welche Mitglieder hinter dieser Verschwörung die verlinkten Enthüllungsjournalisten identifizieren können. Ich persönlich tippe auf die Bilderberger, über die habe ich schon lange nichts mehr gelesen. Oder war es doch Danischs „Forschungsmafia“? Den deutschen Professoren ist bekanntlich alles zuzutrauen.

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      1. So einfach ist die Sache nicht. Man muß sich mit Informatik auskennen, um abschätzen zu können, ob und wie das Internet zensiert werden kann. Das ist so ähnlich wie mit der Geheimdienstgeschichte. Wer was über Pearl Harbor schreiben will, muß sich mit Kryptographie auskennen.
        Und deutsche Justizminister sollten sich um ihr Ministerium, statt um irgendwelche Kommentare kümmern.
        Im übrigen beginnt sich die Aktivitäten von Herrn Maas herumzusprechen.
        Siehe etwas hier: http://www.achgut.com/artikel/der_spitzelstaat_uebt_schon_wieder

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  2. Vera Lengsfeld? Ein kalter Schauer fasst mich an. Sie sind mir nicht böse, wenn ich noch einmal auf Jaffè verweise? Ich denke, man könnte sein Zitat von oben gendergerecht erweitern mit „oder eine bessere Gewährsfrau“.

    Die Sache ist durchaus ganz einfach: Wir erleben hier die x-te Wiederauflage der unendlich öden Debatte „Das Internet bringt der Welt Wissen! Keine Zensur!“ vs. „Das Internet darf kein rechtfreier Raum sein!“ Wenn es nach mir ginge, sollte man ohnehin alles zulassen. Es ist besser, wenn sich die radikalen Vollidioten jedweder Couleur auf „politik-sind-wir“ austoben, als dass sie im Keller Bomben basteln.

    Wenn aber einer im Netz rumschnippelt, dann eher noch Heiko Maas als Mark Zuckerberg – nicht, weil der eine demokratisch legitimiert ist und der andere nicht, und auch nicht, weil der eine deutsches Recht durchzusetzen versucht und der andere krude amerikanische Moralverstellungen, sondern weil mich blanke weibliche Brüste normalerweise eher erfreuen, Naziparolen aber normalerweise eher nicht.

    Und nein: Informatiker spielen in dieser Debatte keine Rolle, weil es nicht um die Technik mit ihren Details geht, sondern um deren gesellschaftliche Relevanz. Eine Debatte um die Frage, ob „Mein Kampf“ kommentiert herausgegeben werden muss, erfordert mitnichten, zuvörderst die Meinung der Buchdrucker einzuholen. Oder, um Ihr Beispiel aufzunehmen: Wenn jeder, der über den Zweiten Weltkrieg forscht, zuerst nachweisen müsste, dass er verstanden hat, wie Enigma funktionierte, wäre die Zahl der Zeithistoriker überschaubar.

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    1. Na ja, der gute alte Jaffé sprach von einem Gewährsmann; in diesem Fall haben wir bereits mehrere. Aber ich gebe zu, über ihre Qualität kann man streiten.
      Und Herr Maas und Herr Zuckerberg schließen sich ja nicht aus, ganz im Gegenteil hat sich ja – möglicherweise – ersterer hinter letzteren gesteckt, damit der sozusagen die Drecksarbeit für ihn macht. So ganz legal ist das schwerlich.
      Und doch, man muß etwas von Enigma verstehen, wenn man kompetent über beispielsweise den U-Bootkrieg schreiben will, genauso wie man etwas von Diplomatik verstehen muß, wenn man über mittelalterliches Papsttum schreibt. Das sind einfach grundlegende hilfswissenschaftliche Kenntnisse – Werkzeug des Historikers, wie der selige Ahasver von Brandt sagte. (Und – nebenbei – die Zahl der guten Zeithistoriker ist sehr überschaubar).
      Aber gut, ich räume durchaus ein, daß das Ganze eine Ente sein kann. Warten wir doch mal ab, wie es weiter geht.

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      1. OK, warten wir ab.

        Ich glaube übrigens durchaus, dass man „etwas von Enigma wissen“ muss, wenn man über den U-Bootkrieg schreiben will: Was konnte das Ding, was erhoffte man sich von seinem Einsatz, welche Folgen hatte die Entschlüsselung der Funkprüche? Ich glaube aber immer noch nicht, dass man – als Zeithistoriker – wissen muss, wie Enigma technisch aufgebaut war oder wie genau es dann geknackt wurde. Sehen Sie es mal so: Man muss ja auch kein U-Bootkapitän sein, um über den U-Bootkrieg zu schreiben.

        Beim anderen Beispiel stimme ich dagegen sofort zu: Wenn man nicht ziemlich gut weiß, wie die päpstliche Kanzlei – auch technisch – funktionierte, kann man kein gutes Buch über das mittelalterliche Papsttum schreiben.

        Fazit: Die beiden Beispiele unterscheiden sich, aber ich bin leider nicht intelligent genug, um den Unterschied abstrakt zu erklären. Hängt es einfach nur von der Fragestellung ab? Für unseren Fall des Informatikers stellt sich jedenfalls die Frage, welches der beiden Beispiele eher zutrifft – ein interessantes Problem; vielen Dank für die Diskussion.

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