Warum Verschwörungstheorien so beliebt sind

Der Grund scheint mir offensichtlich. Menschen, die Verschwörungstheorien anhängen, ertragen die Dummheit, die Unfähigkeit ihrer Regierungen nicht. Sie denken: „So blöd kann unsere Regierung einfach nicht sein! Es ist einfach unmöglich, dass eine Regierung aus reiner Dummheit die sichersten Atomkraftwerke der Welt abschaltet, die deutschen Energieversorger ruiniert, die deutschen Gentechniker ins Ausland treibt, die deutsche Autoindustrie mit absurden Vorschriften schikaniert, die deutschen Grenzen für islamische Attentäter öffnet (und zudem der Türkei Milliarden zahlt, damit die noch mehr Islamisten schickt). Das ist einfach unmöglich. So blöd kann einfach niemand sein. Da muss einfach eine Verschwörung dahinterstecken“.

Anhänger von Verschwörungstheorien wollen lieber von Schurken als von Dummköpfen regiert werden. Würde die aktuelle deutsche Politik von Verschwörern gemacht, die mit ihr eine bestimmte dunkle Absicht verfolgten, dann könnte man sie wenigstens ernst nehmen, wenigstens einen Sinn in ihr sehen.

Was aber, wenn es da keine Verschwörung gibt? Nicht nur hätte man eine unfähige Regierung, man müsste sich auch täglich von ihr verar…, äh, verkohlen lassen. Nein, ich habe Verständnis dafür, dass viele Menschen so etwas einfach nicht ertragen. Verschwörungstheorien sind so etwas wie intellektuelle Notwehr.

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Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

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