Soros, die Linke und das Großkapital

Lange Zeit war die Sache eindeutig: So wie im Schach einander die Schwarzen und die Weißen gegenüberstehen, so in der Politik auf der einen Seite die Linken, auf der anderen das Großkapital. Zwar waren die Linke viele und die Großkapitalisten nur wenige, aber die Großkapitalisten haben – wie der Name schon sagt – das Großkapital, konnten daher rechte Parteien mit reichen Spenden unterstützen und finanzieren.

Schon seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass diese Gleichung nicht mehr aufgeht, dass obiger Gegensatz sich auflöst, sich zumindest tendenziell in sein Gegenteil verkehrt. Der aktuelle amerikanische Wahlkampf ist ein gutes Beispiel: Hillary Clinton tritt an als Führerin einer (relativ) linken gegen eine (relativ) rechte Partei, gleichwohl ist sie es, die weit mehr Spenden – gerade von den wohlhabenden Kreisen – erhält als ihr Gegner. Seit neuestem ist auch bekannt, dass George Soros – der doch nun geradezu das Musterexemplar eines Großkapitalisten ist (in noch weit höherem Maße als Trump) – sie mit Millionenspenden unterstützt. Ja mehr noch: Herr Soros unterstützt systematisch weltweit links-grüne Bewegungen mit stattlichen Beträgen. Interessanterweise wird diese neue Enthüllung in den Medien systematisch totgeschwiegen, offenbar ist der genannte Sachverhalt den Betroffenen derart peinlich, dass sie nicht davon wissen wollen. Näheres dazu siehe hier.

Das eigentlich Beunruhigende ist: Was soll das? Was versprechen Leute wie Soros sich davon, linke Bewegungen zu unterstützen? Man pflegte ja früher auf linker Seite gern die Taktik der Unterwanderung zu praktizieren, mag sein, dass der Spieß jetzt einfach umgedreht wird. Aber ich habe doch meine Zweifel, ob diese Erklärung ausreichend ist. Mir fallen jedenfalls immer wieder Berthold Brechts „Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar“ ein.

 

 

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Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

5 Kommentare zu „Soros, die Linke und das Großkapital“

  1. Hier kommen wohl mehrere Faktoren zusammen. Zum einen sind die heutigen Linken nicht mehr so links wie in der guten alten Zeit. Früher hat man die Konzerne verstaatlicht und die Kapitalisten am Laternenmast aufgeknüpft.
    Heute unterscheiden linke Politiker in gute und böse Konzerne. Firmen aus der Energie-, Technoligie-, Rüstungs- und Pharmabranche gilt es zu bekämpfen und zu zerschlagen. Die Bösartigkeit dieser Unternehmen läßt sich noch potenzieren wenn man das Wörtchen multinational anhängt. Alles aus dem Öko- und Sozialbereich gilt es dagegen
    zu hätscheln, pflegen, subventionieren und vor der niederträchtigen Konkurenz zu schützen. Auch sind Konzerne in teilweisem oder komplettem Staatsbesitz an sich gut und schützenswert.
    Ein flexibler Investor ohne Skrupel wie Soros sucht sich also ein Land mit einem Wirtschaftsbereich der bei einer künftigen links-grünen Regierung durch den Staat massivst gepäppelt werden würde. In diesen kann man günstig einsteigen. Danach sind die links-grünen Parteien so zu unterstützen, dass ein Wahlsieg in den Bereich des möglichen kommt. Hat man Glück ergibt sich eine Mehrheit für eine rot-grüne Regierung. Diese öffnet danach das staatliche Füllhorn für alle Projekte die diesen Weltverbesserern am Herzen liegen. Und schwups, fährt der clevere und vorausplanende Investor gigantische Gewinne ein und wird noch allseits gelobt, weil er Anteile an den guten Firmen zur Rettung der Menscheit hält. Man muss nur genug Geld haben um in der Politik eines Landes etwas bewegen zu können.
    Herrn Soros würde ich es sogar zutrauen, dass er noch einen Schritt weiterdenkt. Nachdem er die massiv im Wert gestiegenen Anteile an den guten und schützenswerten Firmen weiterverkauft hat, wettet er mit Put-Optionen gegen die Wirtschaft oder die Währung des betreffenden Landes. Jetzt braucht er nur noch darauf zu Warten bis die Linken und Grünen, wie immer in der Geschichte, mit ihren utopischen Träumereien alles herunterwirtschaften und die Karre an die Wand fahren. So steigt der Gewinn noch einmal rasant an.
    Danach wird die Wirtschaft reformiert und nimmt wieder fahrt auf und alles beginnt von vorn.
    Ich glaube Herr Soros hat ein perfekt funktionierendes Perpetuum Mobile erfunden.

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    1. Das scheint mir eine gute Analyse von Soros Absichten. Allerdings geht es mir weniger um ihn als Person, als vielmehr als Typus, sozusagen als Model für Großkapitalisten, die Linke unterstützen. Ich habe den Eindruck, dass sich da ein neues Bündnis aus Mob und Elite anbahnt, das Hannah Arendt theoretisch dargestellt und Bert Brecht im Julius Caesar sehr schön beschrieben. Das Resultat war bekanntlich ein Tausendjähriges Reich. (lol) Die Schlägertrupps, die Leute wie Maas gegen die AfD mobilisieren, werden ja bereits aus Stiftungsgeldern finanziert, für die Leute wie Soros reichlich sorgen.

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      1. Unternehmer wollen Geschäfte machen und Geld verdienen. Den meisten ist dabei egal unter welchen Vorzeichen dies geschieht. Sie sind ja nicht Mutter Theresa. Ideologie ist den meisten fremd. Im Moment fährt einfach der politische Zug in einem Großteil der wirtschaftlich wichtigen Länder Richtung links. Selbst in Ländern mit einer rechten Regierung wird auch linke Wirtschaftspolitik betrieben. Auf diesen Zug springen die meisten Unternehmer einfach auf und verstärken ihn damit natürlich noch. Gerade dort wo Recht, Gesetz und freier Handel immer mehr unter die Räder kommen, gilt es sich mit den Machthabern gut zu stellen.
        Ich denke daher, dass die Unternehmer nicht bewusst den linken Mob stärken wollen, sondern sich einfach geschmeidig bei den Herrschenden lieb Kind machen wollen und ihr Fähnchen in den Wind hängen.

        Natürlich würde ich mir wünschen, das Manager und Unternehmer endlich einmal klipp und klar an prominenter Stelle sagen würden, was im gesamten Westen im Wirtschaftsbereich alles falsch läuft. Das wir ständig an dem Ast sägen auf dem wir sitzen. Aber wer will der Erste sein, der es sich mit der Politik verdirbt,
        weil er die Wahrheit ausspricht. Hier muss ich als Unternehmer selbst Asche auf mein Haupt streuen. Was ich eigentlich unserem Bürgermeister und Gemeinderat bezüglich kaufmännischen Wirtschaftens, Verschwendung und Verschuldung sagen müsste, bleibt auch ungesagt. Um des Friedens und nächsten Auftrags willens hält man lieber die Klappe und kocht im Stillen vor sich hin. Ich glaube dies trifft auf einen großen Teil der Wirtschaft zu. Unternehmer sind eben keine Revoluzzer. Lieber passt man sich den widrigen Umständen an so gut es eben geht, als dass man die große Konfrontation sucht.
        Der Spatz in der Hand ist eben besser als die Taube auf dem Dach. Zumindest bis es irgendwann gar keine Vögel mehr gibt.

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  2. dazu fällt mir folgendes ein: wess brot ich eß des lied ich sing.
    dass allerdings großkapitalisten linke untersützen war mir nicht bekannt.
    früher sollen die grünen finazielle unterstützung von der sowjetunion und der ddr erhalten haben.
    das habe ich immer als böses gerücht abgetan, doch es scheint etwas wahres dran zu sein.

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    1. Dass die Großkapitalisten (auch!!) linke Parteien unterstützen, war schon immer so, einfach weil es sich für Unternehmen auszahlt, mit der jeweiligen Regierung gut Freund zu sein und man ja nie wissen kann, ob die Linken nicht doch an die Regierung kommen. Aber dass Leute wie Soros die Linken mehr als die Rechten unterstützen, ist doch relativ neu.

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