Soros, die Linke und das Großkapital

Lange Zeit war die Sache eindeutig: So wie im Schach einander die Schwarzen und die Weißen gegenüberstehen, so in der Politik auf der einen Seite die Linken, auf der anderen das Großkapital. Zwar waren die Linke viele und die Großkapitalisten nur wenige, aber die Großkapitalisten haben – wie der Name schon sagt – das Großkapital, konnten daher rechte Parteien mit reichen Spenden unterstützen und finanzieren.

Schon seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass diese Gleichung nicht mehr aufgeht, dass obiger Gegensatz sich auflöst, sich zumindest tendenziell in sein Gegenteil verkehrt. Der aktuelle amerikanische Wahlkampf ist ein gutes Beispiel: Hillary Clinton tritt an als Führerin einer (relativ) linken gegen eine (relativ) rechte Partei, gleichwohl ist sie es, die weit mehr Spenden – gerade von den wohlhabenden Kreisen – erhält als ihr Gegner. Seit neuestem ist auch bekannt, dass George Soros – der doch nun geradezu das Musterexemplar eines Großkapitalisten ist (in noch weit höherem Maße als Trump) – sie mit Millionenspenden unterstützt. Ja mehr noch: Herr Soros unterstützt systematisch weltweit links-grüne Bewegungen mit stattlichen Beträgen. Interessanterweise wird diese neue Enthüllung in den Medien systematisch totgeschwiegen, offenbar ist der genannte Sachverhalt den Betroffenen derart peinlich, dass sie nicht davon wissen wollen. Näheres dazu siehe hier.

Das eigentlich Beunruhigende ist: Was soll das? Was versprechen Leute wie Soros sich davon, linke Bewegungen zu unterstützen? Man pflegte ja früher auf linker Seite gern die Taktik der Unterwanderung zu praktizieren, mag sein, dass der Spieß jetzt einfach umgedreht wird. Aber ich habe doch meine Zweifel, ob diese Erklärung ausreichend ist. Mir fallen jedenfalls immer wieder Berthold Brechts „Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar“ ein.

 

 

Zur Wahl in Berlin

Ich schrieb schon anläßlich der Wahl in Baden-Württemberg, dass wir uns in der Bundesrepublik politisch auf ein Zwei-Block-System zubewegen. Die Wahl in Berlin bestätigt diese Tendenz: Dort stehen künftig Linkspartei, SPD und Grüne gegen AfD, CDU und FDP. Gut momentan zieren sich alle, mit der AfD zu sprechen, aber das dürfte sich spätestens nach der nächsten Bundestagswahl ändern. Generell halte ich dies für eine gesunde Entwicklung, statt dieser unsäglichen Großen Koalition werden wir wieder eine echte Regierung und eine echte Opposition haben. Auch dies ein Verdienst der AfD.

Etwas zur Burka

In der aktuellen Diskussion um die Burka, ob man bzw. Frau eine solche tragen kann, darf, soll oder muß, wird der entscheidende Punkt wieder einmal verfehlt. Gegen die Burka spricht nicht, dass sie ein islamistisches oder frauenfeindliches Symbol wäre – das würde mich nicht weiter stören, es ist weder verboten, den Islamismus gut zu finden, noch frauenfeindlich zu sein (es gibt ja auch Leute die mit einem Che Guevara T-Shirt herumlaufen).

Nein, warum die Burka abzulehnen und zu verbieten ist, hat einen anderen Grund: Sie ist eine grobe Unhöflichkeit gegenüber allen Menschen, mit denen die Trägerin kommuniziert, insbesondere Männern gegenüber. Ihre Trägerin unterstellt allen Männern, sie würden brünstig über sie herfallen, würde sie ihre Burka abnehmen, sie unterstellt allen Männern, sie vergewaltigen zu wollen, Verbrecher zu sein. Ich würde mich weigern, mit einer Burkaträgerin zu sprechen, würde mich eine solche ansprechen. Am Ende könnte sie glauben, ich wollte etwas von ihr.

Warum Diskriminierung etwas Gutes ist

Zu den besonders unsinnigen Aspekten der deutschen Politik gehört die Antidiskriminierungspolitik. Es gibt mittlerweile Gesetze und Bundesbehörden, welche diese verhindern sollen, ein Antidiskriminierungsbeauftragter wacht darüber, dass niemand – oder jedenfalls fast niemand – diskriminiert wird. Ich will nicht darauf herumreiten, dass besagte Behörden ihre Aufgabe sehr selektiv wahrnehmen, die Antidiskriminierung des Einen in aller Regel auf die Diskriminierung des Anderen hinausläuft, nein, ich möchte hier darlegen, dass Diskriminierung durchaus positive Folgen hat.

Diskriminierung ist ein gesellschaftlicher Mechanismus, durch den die Gesellschaft von ihr erwünschtes Verhalten belohnt, unerwünschtes dagegen sanktioniert. Wenn beispielsweise eine islamische Bewerberin um bestimmte Posten zum Vorstellungsgespräch regelmäßig mit Kopftuch erscheint und ebenso regelmäßig die Auskunft erhält, die Stelle wäre leider schon vergeben, dann wird sie irgendwann kapieren, das Kopftuchtragen keine gute Idee ist, sie ohne Kopftuch bessere Aussichten hat. Und schon hätte ihre Diskriminierung eine positive Folge gehabt. Wer sich – wie ich – einmal mit den deutschen Auswanderern in die USA im 19. Jahrhundert beschäftigt hat, der weiß, dass diese geradezu ängstlich bemüht waren, sie völlig an die Sitten und Gebräuche des neuen Landes anzupassen. Die Namen sind ein guten Indikator: Regelmäßig haben sie ihre Nachname anglisiert, aus Müller wurde Miller. Ihnen war klar, je besser sie sich anpassten, desto besser waren ihre Aussichten auf wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Und tatsächlich: Die Einwanderer in die USA im 19. Jahrhundert haben sich rasch assimiliert, weit besser als heute die Mexikaner, sie sind gute Amerikaner geworden.

Die ganze Debatte um das Burkaverbot etwa wäre überflüssig, würde man Burka-Trägerinnen einfach diskriminieren. Ich persönlich würde mich weigern, mir einer solchen auch nur zu sprechen.

Kurzum: Wer diskriminiert, tut –  in aller Regel – nichts Schlechtes, er sorgt einfach dafür, dass die Gesellschaft bleibt, wie sie sein soll.

Wunderheilung

Heute war ich beim Arzt, dem führenden Magen-Darm-Spezialisten Straßburgs; er hat mir diverse Untersuchungen, darunter eine Endoscopie (schreibt man das so?), aufgebrummt. Und – was soll ich sagen? – auf einmal fühle ich mich viel besser, fast gesund! Auf einmal habe ich Lust auf Fleischkäse mit Senf. Am Ende muß ich vielleicht gar nicht zur Endoscopie?